Die Gedanken sind frei, heisst es so schön. Aber können sie es auf Dauer bleiben, wenn unser Reden und Schreiben ständig durch professionelle Vorgaben gehemmt wird? Denn das wird es ohne Zweifel. PH-Studierende lernen alle möglichen Sprachen: die Sprache des Pädagogen, der Wissenschaftlerin, der gesellschaftlichen Institution. Immer politisch korrekt. Nur eine Sprache lernen sie kaum, dabei wäre es die Wichtigste: die des eigenen Denkens und Herzens. Training in freier Meinung und offener Rede tut also not! Einen guten Anlass hierzu bot, wie schon in vergangenen Jahren, der Schreibwettbewerb PH Goes Poetry. Die Teilnehmenden waren eingeladen, frei um das Thema «Wir da oben, ihr da unten» Texte zu verfassen. Beschränkung war einzig die Länge. Eine Jury nominierte daraus ihre acht Favoritinnen und Favoriten, die dann in einem Live-Battle auf der Moosestache-Bühne des Kafi Schnauz gegeneinander antraten. Über Ruhm, Preisgeld und den traditionellen Siegerwhisky entschied schliesslich die Publikumsgunst. In diesem Büchlein finden sich alle Finaltexte abgedruckt. Ergänzt wird die Sammlung durch einen Text, den die Jury würdigen möchte, obwohl er es wegen Überlänge nicht in den Final geschafft hat. Wir geben ihm eine Wildcard. Auch dies soll ein klares Signal sein: Zwar braucht der Battle seine Regeln, der künstlerische Dialog hingegen braucht keine. Und als solchen betrachten wir jeden Beitrag, den uns Autorinnen und Autoren – Studierende, Dozierende und Mitarbeitende der PH – schicken. Wir lesen alles mit grossem Interesse und sind offen für jeden Austausch. In diesem Sinne freuen wir uns schon auf eure Beiträge im nächsten Jahr! Und nun viel Vergnügen mit kritischen, politischen und poetischen Betrachtungen, abenteuerlich philosophischen oder ganz einfach wilden Geschichten, sogar eine Publikumsbeschimpfung ist dabei: Alles nach dem Motto «Wir da oben, ihr da unten».